Modular Fräsen
Der Grundkörper kann über einen langen Zeitraum weiterverwendet werden. Beim Erreichen der Standzeit wird lediglich der Hartmetallkopf ersetzt.
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weniger Hartmetall, mehr Flexibilität

Modulare Fräser – wirtschaftlich, flexibel und präzise

Bei einem Vollhartmetallfräser wird am Ende der Standzeit das komplette Werkzeug ersetzt. Dabei ist meistens nur der Schneidenbereich verschlissen.

Beim modularen UFO-Mill-System bleibt der Schaft im Einsatz. Ausgetauscht wird nur der Fräskopf. Das spart Hartmetall, senkt die Kosten für Ersatzwerkzeuge und reduziert den Werkzeugbestand.

Gerade bei größeren Durchmessern, längeren Werkzeugen oder häufig wechselnden Bearbeitungsaufgaben kann das einen deutlichen wirtschaftlichen Vorteil bringen.

Kundennutzen auf einen Blick

  • Weniger Hartmetall: Nur der Fräskopf wird ersetzt.
  • Niedrigere Werkzeugkosten: Der Schaft bleibt langfristig im Einsatz. Modulare Fräser sind oft schon ab dem 2. Fräskopf preisgünstiger.
  • Hohe Flexibilität: Unterschiedliche Köpfe auf einem gemeinsamen Schaftsystem.
  • Hohe Präzision: Rundlauffehler ± 0,005 mm.
  • Weniger Lagerbestand: Weniger komplette Werkzeuge müssen bevorratet werden.
  • Kürzere Nebenzeiten: Der Schaft kann beim Kopfwechsel eingespannt bleiben.
  • Passend zum Werkstoff: Geometrien für Stahl, Guss, Inox, Sonderlegierungen, Aluminium und Kunststoffe.
  • Verschiedene Schaftausführungen: HSS- und VHM-Grundkörper, kurze, lange, verstärkte und reduzierte Varianten.

Warum ein modulares system?

Der wichtigste Unterschied zu einem Vollhartmetallfräser liegt im Aufbau: Der vergleichsweise teure Schaft wird mehrfach verwendet. Ersetzt wird nur der verschlissene Fräskopf.

Das bringt in der Praxis mehrere Vorteile:

  • geringerer Hartmetallverbrauch,
  • niedrigere Kosten beim Werkzeugwechsel,
  • weniger komplette Fräser im Lager,
  • unterschiedliche Fräsköpfe auf demselben Schaft,
  • schnelle Anpassung an andere Bearbeitungsaufgaben,
  • verschiedene Schaftlängen und Schaftausführungen.

 

Wie funktioniert das?

Der Fräskopf wird über eine präzise Polygonschnittstelle mit dem Schaft verbunden und mit einer Schraube gespannt. Die zusätzliche zylindrische Zentrierung sorgt dafür, dass der Fräskopf eindeutig und wiederholgenau positioniert wird.

Der Rundlauffehler liegt bei ± 0,005 mm. Damit eignet sich das System besonders für Anwendungen, bei denen es auf eine gleichmäßige Belastung der Schneiden und reproduzierbare Ergebnisse ankommt.

Gerade bei den derzeit hohen Hartmetallkosten lohnt es sich, nicht bei jedem Werkzeugwechsel auch den noch einwandfreien Schaft zu ersetzen.

Verschiedene Schäfte für unterschiedliche Anforderungen

Die Grundkörper sind in HSS und Vollhartmetall erhältlich.

HSS-Schäfte sind wirtschaftlich und für viele Standardanwendungen ausreichend. Vollhartmetallschäfte bieten eine höhere Steifigkeit und sind besonders bei langen Auskragungen oder anspruchsvollen Bearbeitungen interessant.

Zusätzlich stehen unterschiedliche Längen, Schaftdurchmesser und teilweise verstärkte oder abgesetzte Ausführungen zur Verfügung. 

Welche Fräsköpfe gibt es?

Das UFO-Mill-Programm umfasst drei wesentliche Fräsergruppen.
 

- Klassische Fräsköpfe (mit und ohne Eckenradius)

Diese Fräsköpfe eignen sich für allgemeine Fräsarbeiten, beispielsweise zum Nutfräsen, Schulterfräsen oder Umfangsfräsen.

Sie sind mit scharfer Schneidecke oder mit unterschiedlichen Eckenradien erhältlich.
 

- Hochvorschub-Torus-fräsköpfe

Diese Ausführungen sind für die Hochvorschubbearbeitung ausgelegt. Sie arbeiten mit einer kleinen axialen Schnitttiefe und ermöglichen hohe Vorschübe.

Sie kommen vor allem beim Schruppen und bei der Bearbeitung größerer Flächen zum Einsatz.


- Hochvorschub-Fas-fräsköpfe

Die Fasfräsköpfe sind mit 30°, 45° und 60° Halbwinkel erhältlich.

Sie eignen sich zum schnellen und wirtschaftlichen Anbringen von Fasen und können je nach Ausführung ebenfalls mit hohen Vorschüben eingesetzt werden.

passende Schneidengeometrie für jeden Werkstoff

Nicht jede Schneidengeometrie eignet sich für jeden Werkstoff. Deshalb werden die Fräsköpfe in unterschiedlichen Ausführungen angeboten:

  • Typ M: Für Stahlwerkstoffe, Guss und teilweise gehärtete Werkstoffe.
  • Typ ME: Für rostfreie Stähle, Sonderlegierungen und schwer zerspanbare Werkstoffe.
  • Typ E: Für Aluminium, andere NE-Metalle und Kunststoffe. Diese Fräsköpfe besitzen besonders scharfe Schneiden.

Damit kann das gleiche Schaftsystem für sehr unterschiedliche Werkstoffe und Bearbeitungsaufgaben verwendet werden.

Wann sind modulare Fräser besonders interessant?

Das UFO-Mill-System eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen:

  • regelmäßig Fräsköpfe verschleißen,
  • unterschiedliche Radien oder Geometrien benötigt werden,
  • größere Werkzeugdurchmesser eingesetzt werden,
  • lange oder besondere Schaftausführungen erforderlich sind,
  • verschiedene Bearbeitungen mit einem gemeinsamen Schaftsystem abgedeckt werden sollen.

 

Gegenüberstellung der Vortelie und Nachteile Modularer Fräser im Vergleich mit HPC-Fräsern 

Anwendung / Kriterium VHM-HPC-Fräser mit langer Schneidenlänge Ufo Mill modulares Werkzeug
Grundsätzliche Positionierung Leistungsstarkes Vollhartmetallwerkzeug für hohe Zerspanleistung und große Eingriffstiefen Wirtschaftliche modulare Alternative, wenn nicht die volle Schneidenlänge eines HPC-Fräsers benötigt wird
Axiale Schnitttiefe 1×D Sehr gut geeignet Sehr gut geeignet
Axiale Schnitttiefe 2×D Vorteil bei hoher seitlicher Zustellung und tiefer Bearbeitung Je nach Strategie möglich, z. B. mit angepassten Zustellungen oder mehreren Durchgängen
Axiale Schnitttiefe 3×D Deutlicher Vorteil durch lange durchgehende Schneidengeometrie Eingeschränkt geeignet; eher nicht die Kernanwendung
Axiale Schnitttiefe 4×D Klare Stärke des HPC-Fräsers In der Regel nicht die bevorzugte Lösung
Tiefe Seitenbearbeitung / Deep Side Milling

Sehr stark

Nur bedingt geeignet
Nutenfräsen mit hoher ADOC Sehr gut geeignet Eingeschränkt, abhängig von Strategie und Stabilität
Mittlere bis geringe axiale Zustellung Gut geeignet Sehr stark
Bearbeitung mit mehreren axialen Zustellungen Möglich, aber Werkzeugkosten bleiben hoch Sehr interessant, da Kopfwechsel günstig und schnell möglich ist
Vorschubstrategie Klassisch hohe Zerspanleistung über große Eingriffstiefe Hohe Vorschübe bei geringerer axialer Zustellung möglich
Produktivität Sehr hoch bei tiefem Eingriff Sehr hoch bei passenden Strategien und kurzen/mittleren Eingriffstiefen
Werkzeugkosten Hoch, da Vollhartmetallwerkzeug Deutlich niedriger, da nur der Fräskopf ersetzt wird
Hartmetalleinsatz Hoch Deutlich reduziert
Nachschleifen Möglich, aber mit Aufwand und Längenänderung verbunden Nicht erforderlich; Kopf wird ersetzt
Werkzeuglänge nach Verschleiß Nach dem Nachschleifen oft neu einzustellen Bleibt konstant, da nur der Kopf gewechselt wird
Rüstaufwand Höher bei Werkzeugwechsel oder nach Nachschliff Geringer, da Schaft im Halter bleiben kann
Flexibilität Je Durchmesser und Geometrie separates Werkzeug erforderlich Modularer Aufbau; verschiedene Köpfe auf einem Schaft möglich
Wirtschaftlichkeit Stark bei Anwendungen, die zwingend hohe ADOC benötigen Stark bei Anwendungen, bei denen geringere ADOC oder mehrere Zustellungen möglich sind
Idealer Einsatzbereich Tiefe Seitenbearbeitung, lange Schneidenlänge, 2–4×D ADOC Plan-/Seitenbearbeitung, hohe Vorschübe, kurze bis mittlere ADOC, kostenoptimierte Serienbearbeitung
Fazit Bleibt Benchmark bei tiefem axialem Eingriff Kein Ersatz für jede HPC-Anwendung, aber sehr attraktive Alternative bei passender Bearbeitungsstrategie

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